Regen bringt Segen

Was wäre, wenn die Natur ernst machen würde, und wir uns dieses Mal nicht mehr auf die Garantie unseres Sauerländer Landregens verlassen könnten, wenn es ab jetzt also einfach immer so heiß bliebe? Wenn die Gnade der Geburt auf dem schmalen Breitengrad gemäßigten Klimas nicht mehr zählt und auch bei uns Verhältnisse herrschen werden, wie schon in vielen trockenen Gegenden der Erde?-

Wenn nicht nur Zierrasen und Geranien verdorren, sondern auch noch das Getreide und der geliebte Wald vertrocknen und unser zukünftiges Grillfleisch verendet?

Wenn die Natur unser politisches System essentiell bedroht durch echten Durst und die dann unvermeidlichen Verteilungskämpfe und Kriege um Wasser und Brot?

Werden wir dann auch Regentänze aufführen, Hagelprozessionen veranstalten und wieder den Wettersegen auf uns herabrufen, wie unsere gläubigen Vorfahren? Bei uns würde Gott doch bestimmt eingreifen? Aber warum tat er es dann nicht längst auch anderswo? Macht Gott überhaupt das Wetter? Machen wir nicht unser bisher „gutes Wetter“ selbst kaputt und verlassen uns jetzt auf unsere gewohnten Plan-B-Lösungen wie Klimaanlagen, Gletscherfolien und Schneekanonen?

Ist die Erkenntnis des „Nicht-mehr-weiter-so“ in diesem Sommer jetzt endlich bei uns angekommen, oder spült der nächste Starkregen unsere Angst davon und wir gehen wieder auf die lustige Kreuzfahrt unserer fetten Lebensjahre?

Gott, ja bitte, schick uns den Regen, der unsere verstaubten Zweifel abwäscht, dass Du der Herr dieser Welt bist, der lebendig und vernünftig macht, dass wir immer klein und bedürftig sind und deinen Schutz benötigen, vor Wind und Wetter, der Hitze und manchmal auch vor uns selbst und die Welt vor uns.

pd

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