Konzerte

Konzert zum Hochfest Allerheiligen 1.11.2016

Fauré-Requiem erzeugt Hoffnung statt Angst vor Strafe

Wenn die Herbstblätter fallen und die Früchte der Natur eingeholt werden, ist auch für viele Chöre die Zeit der Ernte. So gibt es zurzeit ein reichhaltiges musikalisches Angebot in unserer Stadt. Neben Männerchor-, Bläser-, und Orgelkonzerten sind zwei große Mozartkonzerte zu nennen, die c-Moll Messe in St. Michael Neheim und die Krönungsmesse in Liebfrauen Arnsberg am kommenden Sonntag. Am 1. November fand das Allerheiligen-Konzert des Kirchenchores St. Petri Hüsten statt.

Wogende Streicherklänge

Die erste Konzerthälfte kommt einem instrumentalen Vorspiel zum Hauptwerk des Abends gleich, dem Requiem op. 48 von Gabriel Fauré (1845-1924). Petri-Kantor Peter Volbracht hat Instrumentalwerke von Komponisten ausgesucht, die Zeitgenossen des Franzosen waren und zugleich zur Gefühlswelt eines Requiem passen. Von Fauré wird eingangs die durch eine Fülle von Bearbeitungen populär gewordene Pavane op. 50 von Mitgliedern des Sinfonieorchesters Ruhr gespielt. Mit Peter Volbracht am Pult erfüllen weiterhin wogende Streicherklänge die gut besuchte Petrikirche: Vom finnischen Komponisten Jean Sibelius entfaltet das „Andante festivo“ nordisches Kolorit mit hymnischem Pathos, und Giacomo Puccinis herbstliche „Crisantemi“ verströmen italienischen Wohllaut. Wolfgang Bitter spielt von Louis Vierne „Les Cathédrales“ in farbiger Registrierung.Von den Requiem-Kompositionen sind zweifellos das Mozart- und das Verdi-Requiem am bekanntesten. Insbesondere die Requien von Verdi und Berlioz schildern mit höchster Dramatik das Strafgericht am Jüngsten Tag mit Androhung von Höllenqualen. Bei Fauré und später bei Duruflé ist alles anders. Fauré verzichtet auf eine theatralische Dies-Irae-Vertonung. Sein Requiem soll voller Hoffnung sein, „so sanftmütig wie ich selbst…alles, was ich an religiöser Vorstellungskraft besitze, habe ich meinem Requiem mitgegeben, das vom Glauben an die Ewigkeit beherrscht ist.“ Bei seiner Begrüßung verknüpft Pfarrer Daniel Meiworm die Gedanken an den Gräbern zu Allerheiligen auch mit den Intentionen des Requiems von Gabriel Fauré.

Tröstliches und Verklärtes

Die Aufführung wird zu einem bewegenden Ereignis. Unter dem einfühlsamen Dirigat Peter Volbrachts erhält das Werk mit seinem vorwiegend dunklen, weich strömenden Charakter etwas Tröstliches und Verklärtes. Gleich zu Beginn lassen die klangschön gesungenen Partien der Männerstimmen aufhorchen. „Woher nimmt der Chorleiter die sonst so seltenen Tenorstimmen?“, fragte man sich. Dadurch ergibt sich ein ausgewogener Gesamtklang, der durch die vorzüglichen Hörner noch an Rundung gewinnt. Auch der Jugendchor trägt dazu bei. Bei den Solopartien gibt es mit dem Bass-Bariton Thilo Dahlmann, der bereits bei der Matthäuspassion zu Gast war, ein Wiedersehen. Mit seiner großen warmen Stimme gestaltet er höchst eindrucksvoll das Hostias und Libera me. Ein Heimspiel gibt Bernadette Volbracht. Ihr lyrischer Sopran strahlt in silbriger Reinheit gleichsam himmlische Ruhe und Zuversicht aus. Im „In Paradiso“ führt ein immerwährendes Fließen und Wiegen zu Harfenklängen geradewegs ins Paradies. Nach ergriffener Stille Applaus und Blumen. Das Publikum nimmt wieder Platz, erwartet eine Zugabe. „Bei einem Requiem nicht“, so der langjährige Vorsitzende des Kirchenchores Alois Wiegard später. Dennoch: Über eine Wiederholung des Paradieschores hätte man sich gefreut.

Blick in die Geschichte

 Fauré schrieb das Requiem zwischen dem Tod seines Vaters (1885) und dem Tod der Mutter (1887). Anlässlich der Pariser Weltausstellung 1900 fand eine Aufführung vor 5000 Zuhörern statt. Ebenfalls wurde es zu seiner Beerdigung (1924) gesungen. Thilo Dahlmann zählt in seinem Fach zu den Top-Sängern Deutschlands. Auf die Frage „Kann man ihn bezahlen?“ Volbracht: „Es bestehen freundschaftliche Verbindungen.“

 Dr. Werner Hümmeke

... in der Vergangenheit

Missa in tempore belli "Paukenmesse" von J. Haydn 1.11.2015

Auszug Pressebericht WP 4.11.2015 von W. Hümmeke

Hüsten. Große Kirchenkonzerte zum Fest Allerheiligen sind in der Kirche St. Petri Hüsten inzwischen zu einer Tradition geworden. Diesmal war es die „Paukenmesse“ von Joseph Haydn, die als großartiges Spätwerk (1796) in die Kompositionszeit der Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“ fällt. Angesichts der damaligen Bedrohung Wiens durch die Truppen Napoleons komponierte Haydn die Messe als Bittgesang um Frieden mit dem Titel „Missa in tempore belli“ – „Messe in Zeiten des Krieges.“ Auf das bedrohliche Grollen der Pauke im „Agnus Dei“ geht auch die Bezeichnung „Paukenmesse“ zurück.  

Eine wertvolle Bereicherung des Konzertabends waren Betrachtungen von Pfarrer i.R. Carl Ernst Kattwinkel zu den einzelnen Messsätzen und deren musikalischen Umsetzungen. Angesichts der augenblicklichen Flüchtlingsströme wies er auf die hohe Aktualität der Messe hin: „Trommeln wir unsere Bitte nach Frieden Gott immer wieder ins Ohr.“

 

Weihnachtskonzert am 3.1.2016

Elegante Stimmführung in St. Petri   

Auszug Pressebericht WP 6.1.2016  von W. Hümmeke

 

Hüsten. Das traditionsreiche Festkonzert zur Weihnachtszeit in St. Petri Hüsten war bereits im Vorfeld ausverkauft. In nur kurzer Zeit hatte Kantor Volbracht nach der viel beachteten Matthäuspassion und Haydns Paukenmesse (November 2015) ein neues Programm zusammengestellt mit dem „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns.

Viele Mitwirkende

Allein die stattliche Anzahl von Mitwirkenden weist neben der musikalischen auch auf die organisatorische Arbeit hin, bis ein solches Konzert „steht“: Die Chöre an St. Petri bestehend aus Kirchenchor, Schola Canticorum, Jugendchor, Minisänger (Ltg. Peter und Bernadette Volbracht), Kirchenchor St. Magdalena Bruchhausen (Ltg. Peter Volbracht), MC Liederkranz Hüsten (Ltg. Frank Schröder), Bernadette Volbracht (Sopran), Elvira Steinwachs (Mezzosopran), Franziska Orendi und Dr. Edeltraud Macke-Rosenbaum (Alt), Thomas Iwe und Dietmar Röttger (Tenor), Thomas Peter (Bass), Angelika Ritt-Appelhans (Orgel), Instrumentalisten des Sinfonieorchester Ruhr.

... und ein Blick in die Zukunft

Kirchenmusik St. Petri Hüsten e.V.

Logo des Vereins Kirchenmusik

Der Verein Kirchenmusik St. Petri Hüsten e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die

  • Verbesserung der instrumentalen Situation in der Kirche, insbesondere der Orgel
  • Unterstützung der Chorarbeit
  • Durchführung einer regelmäßigen Konzertreihe

zu fördern.

Wir unterstützen

Dabei unterstürzt Kirchenmusik St. Petri Hüsten e.V. derzeit die vom Kirchenvorstand beschlossene Erweiterung der Orgel in der Pfarrkirche St.Petri.

Außerdem ist die Förderung der Chorarbeit Hauptaufgabe von Kirchenmusik St.Petri Hüsten e.V.

Weiterhin ist Kirchenmusik St.Petri Hüsten e.V. Veranstalter der regelmäßigen Konzerte in der Pfarrkirche.

Vorstand und Satzung
Vorstand des Vereins Kirchenmusik St. Petri Hüsten e.V.
vl: Christina Wölfl, Hildegard Spanke, Johannes Willmes, Peter Volbracht, Alois Wiegard

Sie erreichen den Vorstand unter anderem per Email

... in der Presse

Orgel wird 2016 renoviert


Sauerlandkurier 27.12.2015

Kantor freut sich auf neue Klänge in St. Petri Hüsten
Von Gaby Decker
neheim@sauerlandkurier.de
Hüsten.
Der Staub der Zeit hat sich auf die Orgelpfeifen gelegt. Die Schalldämmung ist nicht mehr oder nur unzureichend vorhanden und die Elektrik ist veraltet. Die Orgel in der St. Petri Kirche in Hüsten ist dringend überholungs- und auch erweiterungsbedürftig. Gebaut wurde diese Orgel von der Orgelbaufirma Feith. Geweiht wurde sie am 7. Januar 1937. Im Jahr 1992 wurden konkrete technische Mängel beseitigt. Es ist kein gutes Zeugnis, das Kantor Peter Volbracht der Hüstener Orgel ausstellen kann.
„Schon seit 2004 beschäftigen wir uns mit dem Gedanken an eine Renovierung beziehungsweise Erweiterung der Orgel. Die Technik im Spieltisch funktioniert nicht mehr richtig, es gibt Aussetzer beim Spielen. Außerdem sind mittlerweile die Nebengeräusche so laut, dass die Leute mich schon darauf aufmerksam machen. Diese Geräusche übertönen sogar manchmal das Orgelspiel“, erklärt Volbracht.
Als der Gedanke an eine Renovierung im Raum stand, gab es den Orgelbauverein noch. „Die Mitglieder stellten das Geld zur Verfügung, das noch in der Kasse war. Dann ging der Orgelbauverein in die „Kirchenmusik St. Petri Hüsten e.V.“ über, erläutert der Kantor. „Als 2013 der neue Kirchenvorstand gewählt wurde, ging alles sehr schnell. Der Kirchenvorstand sagte uns seine Unterstützung zu und die Planungen konnten beginnen.“
Neben der Renovierung ist auch eine Erweiterung der Orgel vorgesehen. Hinter dem Hochaltar wird es in Zukunft ein Solowerk geben sowie im Kirchenschiff eine Chor-orgel. Das Solowerk ist mit fünf Registern (Klangfarben) ausgestattet und kann von jedem der vorhandenen Manuale angespielt werden. Etwas ganz Besonderes wird die Chororgel sein. Sie war Teil der Regensburger Domorgel. „In Regensburg hat man sich entschlossen, eine ganz neue Domorgel zu errichten, so kommen wir in den Genuss, die Chororgel zu erhalten. Natürlich muss sie für unsere Zwecke umgebaut werden. Sie ist dann ein eigenständiges Instrument, das mit 14 Registern und zwei Manualen ausgestattet ist.“ Peter Volbracht ist begeistert davon, dass dann eine Orgel auch direkt im Kirchenschiff zur Verfügung steht.
Hüstens Kantor Peter Volbracht wirbt für Orgelpatenschaften,
mit deren Hilfe die Renovierung des großen Musikinstrumentes
in der St. Petri Kirche finanziert werden soll.
60.000 Euro in der Kasse
Orgelpatenschaften werden gut angenommen
„Da wir in der Chorlandschaft gut ausgestattet sind, ist es sinnvoll auch eine gut erreichbare Orgel zu haben, auf der zum Beispiel ein Chor begleitet werden kann. So ist die Erweiterung allein schon für die Zukunft der Chormusik unerlässlich“ , berichtet Peter Volbracht weiter.
Mit der Umsetzung des Ganzen wurde die Orgelbaufirma Rieger aus Vorarlberg im Allgäu betraut. „Sie ist, was Orgelbau anbelangt, genau auf unsere Orgel zugeschnitten. Außerdem hat sie finanziell das beste Angebot gemacht“, so Volbracht.
Gemeinde trägt Hälfte der Kosten
Zur Finanzierung erklärt Peter Vollbracht, dass von den 560.000 Euro Gesamtkosten die Gemeinde die Hälfte übernimmt. Die Erweiterung wird durch Patenschaften für die Orgelpfeifen und zukünftige Konzerte sowie einen Kredit abgedeckt. „Der Kredit ist innerhalb von 20 Jahren abzubezahlen“, erklärt Volbracht.

„Die Patenschaften für die Orgelpfeifen laufen gut. So werden sie zu Weihnachten verschenkt oder der eine oder andere verzichtet auf ein Geburtstagsgeschenk zu Gunsten einer Patenschaft. So sind einschließlich des Betrages vom ehemaligen Orgelbauverein inzwischen circa 60.000 Euro in der Kasse.“ Paderborn
habe das Projekt inzwischen genehmigt und man warte auf die unterzeichneten Verträge.
„Wir rechnen jeden Tag damit“, hofft der Hüstener Kantor.
Baumaßnahme in drei Abschnitten
Im nächsten Jahr wird mit der Baumaßnahme begonnen, die in drei Abschnitten erfolgen soll. „Zuerst wird die Chororgel installiert, weil die Orgel durch die Renovierung längere Zeit ausfallen wird.“ Natürlich gibt es auch Kritiker, die von der Notwendigkeit der Renovierung und Erweiterung nicht überzeugt sind. Es ist Peter Volbracht wichtig, noch einmal ganz deutlich zu sagen, dass es keinen anderen Weg gibt. „Wir kommen nicht um diese Maßnahme herum. Mittelfristig, das heißt in wenigen Jahren, würde gar nichts mehr gehen.
Außerdem trägt es zum Werterhalt unserer Orgel bei. Es ist auch zu bedenken, dass die Bandbreite der Orgelmusik auf dem Instrument, so wie es jetzt ist, nicht darstellbar ist.“ Zweieinhalb bis drei Jahre wird es dauern, bis die renovierte und erweiterte Orgel in St. Petri erklingen kann.
Weitere Informationen –
auch zu den Orgelpatenschaften
– gibt es unter www.st-petri-
huesten.de -> Musik