15.10.2026

Impuls

aus dem Blättchen vom 18.10.2026

An den vergangenen drei Sonntagen haben wir gehört, wie Jesus den religiösen Autoritäten des Tempels und den Pharisäern einen Spiegel vorhält. Jesus verdeutlicht, dass diejenigen, die sich Gott am nächsten glauben, in Wirklichkeit weit weg von dem sind, was Gott wirklich will. An den nächsten beiden Sonntagen hören wir zwei der drei Gegenattacken. Eine Diskussion also.

Die Sadduzäer, versuchen Jesus mit einer Frage nach der Auferstehung in die Falle zu locken und lächerlich zu machen.

Ein Gesetzeslehrer, fragt nach dem wichtigsten Gebot im Gesetz.

Als erstes sind es jedoch die Pharisäer mit der Frage nach der Steuer.

Es geht also um zugespitzte Konstruktionen, Gesetze und Steuern.

Diese Themen lassen sich mit Sicherheit in mancher gesellschaftlichen oder politischen Debatte auch heutzutage finden.

In den Evangelien suchen die Fragenden keine ehrliche Orientierung. Sie schmeicheln Jesus, stellen eine scheinbar einfache Entweder-oder-Frage und hoffen, ihn mit seiner Antwort öffentlich lächerlich zu machen oder festzulegen. Jesus durchschaut das Schauspiel und führt seine Gesprächspartner zu einer eigenen Einsicht.

Gerade politische Kommunikation kennt auch heutzutage solche Verführungskunst: Anerkennung kann schmeicheln, zugespitzte Fragen können eine falsche Wahl erzwingen, Ängste können verstärkt und Menschen zu Gegnern erklärt werden. Das geschieht in öffentlichen Debatten genauso wie am Stammtisch.

Wer wünscht sich da nicht die innere Sicherheit und äußere Klarheit Jesu. Können wir das je erreichen? Schließlich sind wir ausgestatten mit dem Heiligen Geist spätestens durch Taufe und Firmung. Das sollte uns prägen und befähigen. So wie die Münze das Bild des Kaisers trägt, so ist der Mensch Gottes Ebenbild. Daraus ergibt sich zumindest ein Maßstab: Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und die gleiche Würde aller müssen gewahrt bleiben. Alles andere widerspricht dem christlichen Glauben—unserer Prägung durch Gott.

Die Souveränität Jesu werden wir wohl kaum erreichen. Was aber hilft uns, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben? Der Mut und die Zeit zum Prüfen mancher Aussagen, statt einfach nachzuplappern, gehören bestimmt dazu. Auch der Mut, Rückfragen zu stellen und sich bewusst zu machen, was manche Forderungen langfristig bedeuten und ob ich sie auch stellen würde, wenn die Rollen vertauscht wären. Ganz bestimmt aber eine Gesprächskultur, in der niemand zum Feindbild wird. „Gebt Gott, was Gott gehört“ bedeutet in jedem Fall, die Würde des anderen nicht preiszugeben.

Manchmal sind es kleine Hinweise, die helfen. Deshalb hier ein Text von Hermann Hesse, der kleine Augenblicke benennt, in denen die Größe einer gottebenbildlichen Haltung erkennbar sein kann:

„Den Mund zu halten, wenn alle tratschen,

Menschen und Institutionen ohne Feindseligkeit anzulächeln,

den Mangel an Liebe in der Welt durch mehr Liebe in kleinen, privaten Angelegenheiten auszugleichen,

bei der Arbeit treuer zu sein,

mehr Geduld zu zeigen,

auf die billige Rache zu verzichten, die man durch Spott und Kritik erlangen kann:

all das sind Dinge, die wir tun können.“  Hermann Hesse auf:

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Das ist doch schon mal was für den Alltag. Vielleicht haben Sie selbst noch Ideen, schließlich ist der Heilige Geist ausgesprochen vielseitig.                                                                                         Chr. Feldmann

 

 

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