St. Petri Hüsten

Besuchen Sie unsere Pfarrkirche, hier virtuell oder gern real. Der rechte Seiteneingang ist auch werktags meist geöffnet. Der Raum lädt ein zum Ausruhen, Besinnen, Beten und Meditieren. Zünden Sie eine Kerze an und lassen Sie sich inspirieren vom Kirchenraum und der Gegenwart Gottes.

Innenraum

Diese Kirche beeindruckt den Besucher durch Weite und Offenheit. Der Blick wird zuerst in die Höhe gelenkt. Das schwerelos wirkende Gewölbe weist nach oben. Diese Blickwendung deutet, wie in allen gotischen Kirchen, über das Irdische hinaus auf den Himmel und die Größe Gottes.

Zugleich entsteht aber in dieser Kirche durch das an Baumkronen und Blattwerk erinnernde Fächergewölbe auch der Eindruck von Geborgenheit. Beide Sichtweisen von Kirche vereinen sich hier in ausgewogener Form. Die großen Fensterflächen sorgen für Helligkeit, Farbe und Rhythmus.

Lassen Sie den Raum auf sich wirken.
Nehmen Sie sich Zeit.
Zeit für sich, Zeit für Gott.

Orgel Ludgerusreliquie Taufstein Altar Ambo
Orgel - Taufstein - Ludgerusreliquie - Ambo - Altar
Panorama Innenraum
Figuren
Antonius von Padua Kreuzgruppe Pieta Nepomuk Augustinus Norbert Engel an Empore
Hochaltar

Hochaltar

Der Hochaltar wurde 1898 erstellt. Er ist im gotischen Stil, passend zum neogotischen Baustil der Kirche, gestaltet, erkennbar z.B. an den filigranen, an Blattwerk erinnernden Türmchen, den sog. Fialen, wie man sie von gotischen Kathedralen kennt.

Ludgerus Pfingstszene Kreuz Du bist Petrus Liborius Pelikan Tabernakel

Der Altar gliedert sich im Wesentlichen in drei Teile: den Mittelteil mit Kreuz und Tabernakel, sowie die beiden Seitentafeln, die zwei wichtige Szenen aus dem Leben des Hl. Petrus zeigen. Seitlich finden sich Darstellungen von Ludgerus und Liborius.

Der Altar wurde mehrfach verändert. 1985 wurde der Altar letztmalig restauriert. Er stellt sich jetzt weitgehend in seiner wohl ursprünglichen Fassung dar bezüglich Aufbau und Farbgestaltung. Lediglich im zentralen Turmaufbau findet sich jetzt ein neu gestaltetes Holzmedaillon statt einer hier früher befindlichen Kreuzdarstellung.

Fenster
Credo-Fenster 1 Credo-Fenster 2 Credo-Fenster 3 Credo-Fenster 4 Credo-Fenster 5 Credo-Fenster 6 Credo-Fenster 7 Credo-Fenster 8
Credo-Zyklus
Liborius Christ in der Kelter Kreuz und Kerze Caecilia Pius Maria Kirchenschiff Ludgerus Turmeingang
weitere neue Kirchenfenster
Chorraum seitlich Chorraum seitlich Chorraum li Chorraum Mitte Chorraum re Chorraum seitlich Chorraum seitlich
alte Kirchenfenster im Chorraum
Turmkapelle

Bilderzyklus in der Turmkapelle

Am Osterfest 2010 wurden die neuen Bildtafeln in der Turmkapelle der St. Petri Kirche in Hüsten eingebaut und eingeweiht. Die vom Esloher Künstler Thomas Jessen gestalteten Bilder geben der Kirche einen neuen Ort der Glaubensverkündigung und der Erinnerung an die Glaubensgeschichte. Im Folgenden soll die Botschaft der Bilder den Betrachtern erschlossen werden.

 

Der historische Ort

Hier, im Turm der Petrikirche, wird Geschichte greifbar. Die Mauern sind die ältesten gebauten Steine in Hüsten. In ihren Fundamenten reichen sie bis ins 12. Jahrhundert zurück. Sie sind Zeugen aus den Anfängen des christlichen Glaubens in Hüsten.

Der Raum im Turm der St. Petri Kirche hatte in der Geschichte verschiedene Nutzung. Durchgang zur Kirche, Ort des Taufsteins oder der Pieta, sowie zuletzt Ort der Verehrung Mariens und des Gebets. Im Jahr 2008 wurde beschlossen, diesen Raum zu einer Kapelle für Gottesdienste jeglicher Art im kleinen Kreis umzugestalten.

Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6 Bild 7 Bild 8 Mittelbild
Bilderzyklus im Turmraum

Das Thema

Wegen seiner besonderen historischen Bedeutung sollte in der künstlerischen Gestaltung des Raumes Geschichte erfahrbar werden. Im christlichen Sinn ist Geschichte immer Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Gottes Wirken wird in jeder Zeit deutlich, auch durch Menschen, die aus dem Glauben leben.

So erzählen die Nischen auf der rechten Seite Ereignisse aus der Geschichte rund um die Kirche mitten in Hüsten. Die Bilder der linken Seite aus dem Neuen Testament folgen dem Leben des heiligen Petrus als Patron der Kirche. Die Bilder in den parallelen Nischen rechts und links stehen dabei in einem inhaltlichen Zusammenhang.

 

Das Löwenzahn-Motiv

Auf allen Bildern findet sich am unteren Rand eine Löwenzahnpflanze in den unterschiedlichen Wachstumsphasen. Sie korrespondieren mit den Themen der jeweiligen Bilder.

Die Pflanze ist Sinnbild für das Wachsen des Glaubens: Der Glaube an Gott ist im Samen tief in den Menschen gelegt, er muss sich entwickeln und erblüht in vielen Facetten, im Handeln aus dem Geist Jesu heraus.

Schließlich breitet der Glaube sich durch das Lebenszeugnis der Christen weiter aus, beflügelt durch das Wehen des Heiligen Geistes.

Die Pusteblumen als Fruchtstand des Löwenzahns sind so tiefsinniger Weise den Bildern zugeordnet, die das Überschreiten der Grenzen durch die Apostel und uns heute thematisieren.

Der Künstler

Thomas Jessen, geb. 1958 in Lübbecke, lebt heute in Eslohe, wo sich im Alten Bahnhof sein Atelier befindet. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Sein Wirken umfasst ein breites Spektrum. In den letzten Jahren hat er in vielen Kirchen des Erzbistums Fenster, Ausmalungen oder Gesamtkonzepte geschaffen. Der Bildzyklus für die Petrikirche ist auf Alabastertafeln gemalt, die von der Glasmalerei Peters Paderborn eingesetzt wurden.

Bilder

Bilder und Mosaik

Die großen Bildtafeln mit den Heiligendarstellungen an der Stirnseite der Seitenschiffe stellen den Apostel Andreas, den Propheten Isaias, den Hl. Bonifatius und Papst Gregor dar.
Sie illustrieren eine Strophe des „Te Deum“, des großen kirchlichen Lobegesangs (in der Liedfassung „Großer Gott, wir loben dich“). Diese Strophe ist in den Spruchbändern unterhalb der Figuren zu lesen.

Bildtafel li Fresko li west Fresko li ost Fresko re ost Fresko re west Bildtafel re St. Michael
Bilder und Mosaik

Die Bilder wurden 2003 von der Firm ars colendi aus Paderborn restauriert. Es sind Zinkblechtafeln aus dem Jahr 1908, geschaffen von dem Künstler Josef Biermann. Ursprünglich befanden sich diese vier Tafeln mit vier weiteren Tafeln mit Engelbildern vor den Wandmalereien im Chorraum. Von 1970 bis 1990 waren sie in den Chornischen eingemauert gewesen und im Rahmen der Innenrenovierung 1990 wieder freigelegt worden. 2004 wurden die Bilder an der heutigen Stelle aufgehängt. Die Engelbilder befinden sich (unrestauriert) hinter den Heiligenbildern.

In den acht Bildern unterhalb der Seitenfenster im Altarraum sind acht Heilige dargestellt. Diese Wandmalereien stammen aus dem Jahre 1882. Sie sind gemalt vom Lippstädter Kirchenmaler Peter Wittkop und seinem Sohn.

Im Jahre 2001 sind sie aufwendig restauriert worden.

Außenbereich
Marienstatue Missionskreuz Jesusstatue
Geschichte

Hüsten kann auf ein hohes Alter zurückblicken. Es wird zuerst 802 in einer Urkunde der Benediktiner-Abtei Werden a. d. Ruhr über Güterschenkungen an den hl. Ludgerus erwähnt. Die St. Petri-Pfarrei zählt damit zu den Stammgemeinden des Sauerlandes. Weiter wird dann Hüsten erwähnt in den "Corveyer Traditionen" vom Jahre 854 und 877.

"Hustene" in einer alten Urkunde

Im Jahre 1179 wird Hüsten ausdrücklich "Mutterkirche" genannt, als der Erzbischof von Köln das Verhältnis der Hüstener Pfarrkirche zu dem 1174 gegründeten Nonnenkloster zu Oelinghausen regelte.

In der Folgezeit wechselten die Patronatsrechte. Bis 1821 gehörten die Pfarreien des kurkölnischen Sauerlandes zum Erzbistum Köln, Danach zum Erzbistum Paderborn.

Das Bildmosaik im Petrushaus Hüsten zeigt alle früheren Gemeinden der Mutterpfarrei St. Petri

Die St. Petri-Pfarrei Hüsten erstreckte sich im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein über ein großes Gebiet. In der ältesten Zeit gehörten zu Hüsten noch die Pfarrbezirke von Arnsberg-Rumbeck, Neheim und Voßwinkel. Arnsberg wurde 1173 eine eigene Pfarrei. Die Dörfer Niedereimer, Wennigloh und der Hof Wicheln waren nach Hüsten eingepfarrt. Auch Neheim war bis Ende des 13. Jahrhunderts eine Filiale von Hüsten. Voßwinkel, Bachum, Oelinghausen, Bruchhausen, Herdringen, Müschede, Bönkhausen und Habbel gehörten ebenfalls früher zu Hüsten. Oelinghausen wurde 1904 abgepfarrt. Die grundbuchamtliche Übertragung der Klosterkirche, welche 1880 in den Besitz der Pfarrei Hüsten übergegangen war, an die Pfarrei Oelinghausen erfolgte im Jahre 1954. 1917 wurden die Filialen Bruchhausen, Niedereimer und Müschede zu eigenen Filialkirchengemeinden mit eigener Vermögensverwaltung und Koorporationsrechten erklärt. 1939 wurde Herdringen eigene Pfarrei, Bruchhausen 1944.

Inzwischen war Hüsten insbesondere durch den Zuzug vieler Arbeiter im Zuge der Industrialisierung (z.B. Hüttenwerk im Ruhrtal) so groß geworden, dass der Bau einer zweiten Kirche unumgänglich geworden war. Sie wurde 1934 in Unterhüsten eingeweiht und bildet bis 2013 die Pfarrei „Hl.Geist“.

Im Jahr 2002 schlossen sich die Gemeinden „St.Maria Magdalena und Luzia-Bruchhausen", „St. Hubertus-Müschede“ und St.Petri-Hüsten“ zum Pastoralverbund "Röhr-Ruhr" zusammen.

Am 13. Januar 2013 erfolgte dann die Fusion mit dem ehemaligen Pastoralverbund "Kloster Oelinghausen" zur einer Gesamtpfarrei.

Feierlicher Gottesdienst zur Fusion am 13. Januar 2013

Seitdem bilden also die Kirchorte Bruchhausen, Herdringen, Hüsten, Holzen, Müschede, Kloster Oelinghausen und Oelinghauser Heide die jetzige Pfarrei "St. Petri Hüsten".

Die alte St. Petri-Kirche in Hüsten

Unsere heutige Petrikirche hat mehrere Vorgängerinnen. Die erste Kirche wird ein kleines Kapellchen gewesen sein, das aber Mittelpunkt eines größeren Gebietes war. Dieses Kirchlein wird wahrscheinlich aus heimischem Holz erbaut worden sein. Es fiel im Laufe der Jahre Feuer, Wasser und Sturm zum Opfer.

Etwa um 1150 wurde dann eine neue Kirche in Hüsten gebaut, jetzt aus Stein. Sie war dem hl. Petrus geweiht. Schon das Patronat „St. Petrus“ deutet auf das hohe Alter der Kirche hin. Das Wahrzeichen dieser Kirche bildete der wuchtige, hohe viereckige Turm, der den Stürmen vieler Jahrhunderte getrotzt hat.

Es handelte sich um eine Pfeiler-Basilika der einfachsten Art im romanischen Stil. Die Verhältnisse sind klein und niedrig. Nach Aufzeichnungen, die sich im Pfarrarchiv befinden, bestand die Kirche aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen. Sie war 17,4 m lang und 13,5 m breit. Um Platz für die Kirchenbesucher zu schaffen, wurden in der Kirche „Bühnen“ errichtet, die nach den zu der Hüstener Kirche gehörigen Kirchspielen „Herdringer Bühne“, „Müscheder Bühne“, usw. genannt wurden.

Die Turmhaube ändert sich, der Turm aber bleibt über Jahrhunderte bestehen! Er ist das älteste Gebäude in Hüsten.

Nach alten Berichten muss dieses Gotteshaus um die Mitte des 15. Jahrhunderts gebrannt haben und dann wieder aufgebaut worden sein.

Im Jahre 1863 wurde das alte Gotteshaus, das inzwischen für die der Pfarrei Hüsten und der Filialdörfer zugehörigen Katholiken zu klein geworden war, abgerissen, um unserer heutigen Pfarrkirche Platz zu machen.

Die jetzige Pfarrkirche St. Petri

Ansicht um 1900

Bereits 1831 fanden Verhandlungen über den Neubau der Kirche statt. Die Vorverhandlungen führten jedoch nicht zum Ziel. Sollte die alte Kirche erweitert oder eine neue Kirche erbaut werden, zumal „der alte Turm überall gut erhalten ist und stehen bleiben kann“? Ein Baufonds war nicht vorhanden. Sollte die neue Kirche gotisch oder wie die alte romanisch gebaut werden?

1844 begannen neue Verhandlungen. Da keine Mittel für einen Neubau vorhanden waren, erhielt der Baumeister Lüke in Arnsberg den Auftrag, einen Plan für einen Erweiterungsbau der alten Kirche zu entwerfen. 9300 Thaler wurden veranschlagt. Der Plan wurde vom Kirchenvorstand angenommen, aber von der kirchlichen Behörde in Paderborn nicht genehmigt.

Ansicht um 1950

1857 wurde von dem Baurat Kronenberg ein neuer Plan für einen Erweiterungsbau ausgearbeitet, der 27.600 Thaler kosten sollte. Aber auch dieser Plan wurde von der kirchlichen Behörde nicht angenommen, „weil wir die kalten Formen der modernen Gotik für katholische Kirchen durchaus unangemessen erachten“.

Erst 1860 beschloss der Kirchenvorstand einhellig einen Neubau der Kirche. Mit der Anfertigung des Planes wurde der Diözesenarchitekt Güldenpfennig in Paderborn beauftragt: „Der alte Turm soll einstweilen beibehalten werden.“ Der Plan Güldenpfennigs wurde vom Kirchenvorstand nicht angenommen, da die veranschlagte Bausumme von 80.000 Thalern zu hoch war.

Wiederum wurden neue Pläne eingeholt: diesmal von dem Architekten Statz in Köln. Am 28.12.1860 beschloss man, nach diesem Plan zu bauen. Am 8. 2. 1861 stimmte auch das Generalvikariat diesem Bau zu.

Der Grundstein wurde dann am 29. 6. 1861 gelegt. Er befindet sich mit der beigefügten lateinischen Urkunde an der Außenseite des Chorabschlusses.

Die feierliche Weihe der Kirche erfolgte durch den Bischof Konrad Martin am 4. Mai 1866. Als Jahrestag der Einweihung (Kirchweihfest) wurde der erste Sonntag im Mai bestimmt.

Ansicht um 1975

Die Gesamtkosten mit dem Inventar (Altäre, Beichtstühle, Kanzel, Chorstühle) beliefen sich auf 30.000 Thaler. Die zu dem Bau der Kirche verwandten Steine wurden in dem Steinbruch des Gastwirtes Schmidt in Herdringen in der Steinhelle bei Oelinghausen gebrochen. Von der alten Kirche blieb trotz des Widerspruches des Architekten Statz der Turm stehen.

Impressionen

Lassen Sie die Bildimpressionen auf sich wirken. Sie zeigen die Kirche bei unterschiedlichen Gottesdiensten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

Kreuze und Bildstöcke